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Warmwasser & Speichertechnik – kompakt erklärt

Inhalt (Lesedauer 5–10 min) :



Was ist ein Warmwasserspeicher?

Ein Warmwasserspeicher erwärmt Wasser mithilfe eines Heizelements oder Wärmetauschers und bevorratet je nach Modell bis zu 2.000 Liter warmes Wasser. Dieses steht Ihnen sofort zur Verfügung, wenn Sie zum Beispiel eine Armatur öffnen oder die Heizung in Betrieb nehmen.

Dank hochwertiger Isolierung sind die Energieverluste dabei sehr gering.

Wir unterscheiden im Trink- und Brauchwasserbereich zwischen preisgünstigen Standardspeichern, Hochleistungsspeichern mit überdurchschnittlich dimensioniertem Wärmetauscher und unseren weiterentwickelten bzw. patentierten Trinkwasserspeichern mit hoher Druckfestigkeit und elliptischem Wärmetauscher für den verbesserten Wärmeaustausch im Speicher.

Zur Energiespeicherung von zum Beispiel Heizwasser bieten wir außerdem Latentwärmespeicher (PCM-gefüllt) sowie konventionelle Pufferspeicher, die überwiegend als Standspeicher ausgeführt sind.

Für einen kleinen Energiespeicherbedarf von 30–160 Liter, zum Beispiel zur Wärmepufferung bei Energieüberschuss oder zum hydraulischen Abgleich, bieten wir Kleinspeicher der WPS-Serie an. Diese sind sowohl stehend als auch hängend montierbar.

Alle Speicher unterscheiden sich in ihrer Größe und dem Anwendungsfall.

Illustration Warmwasserspeicher

Trinkwasserspeicher

Was ist ein Trink- bzw. Brauchwasserspeicher?

Ein Trinkwasserspeicher (auch Brauchwasserspeicher genannt) ist ein isolierter Behälter, der Trinkwasser erwärmt und bevorratet. Er besteht in der Regel aus Edelstahl oder ist innen emailliert. So steht jederzeit warmes Wasser für Dusche, Bad, Küche oder andere Entnahmestellen zur Verfügung.

Die Erwärmung erfolgt über ein Heizelement oder einen Wärmetauscher, während die Isolierung dafür sorgt, dass die Wärme möglichst lange erhalten bleibt.

Was ist besser: Edelstahlspeicher oder emaillierter Warmwasserspeicher?

Ob emailliert oder aus Edelstahl bleibt jedem selbst überlassen. Die Herstellung von Edelstahlspeichern ist ein sehr komplizierter Prozess, und der kleinste Fehler bei der Verarbeitung kann unangenehme Spätfolgen mit sich bringen. Die größte Gefahr stellen die Schweißnähte dar. Weil sie nach dem Schweißprozess nicht mehr so rostfrei sind, wird zusätzlich passiviert (gezielte Erzeugung einer nichtmetallischen Schutzschicht, die Korrosion verhindert oder stark verlangsamt). Wegen der unterschiedlichen Leitungswasserzusammensetzung in verschiedenen Regionen wird man entweder Edelstahl- oder emaillierte Speicher bevorzugen.

Was ist ein Pufferspeicher?

Pufferspeicher (Zwischenspeicher) sind Wärmespeicher, die mit Wasser gefüllt sind, beispielsweise bei Nutzung von Heizungsanlagen. Sie dienen dazu, Differenzen zwischen der erzeugten und der verbrauchten Wärmemenge auszugleichen und Leistungsschwankungen zu glätten.

Pufferspeicher

Was ist ein Solar-Pufferspeicher?

Ein Solar-Pufferspeicher ist mit Heizungswasser gefüllt, nicht mit Trinkwasser. Er verfügt in der Regel über einen Wärmeüberträger (Wärmetauscher) im unteren Bereich des Speichers. Die Solaranlage erwärmt das Heizungswasser; wenn dieser Prozess nicht ausreicht, wird eine Heizungsanlage oder ein anderer Wärmeerzeuger zugeschaltet.

Was ist ein Solarspeicher?

Solarspeicher (auch Hygienespeicher oder Brauchwasserspeicher genannt) sind in den meisten Fällen mit zwei Wärmetauschern ausgerüstet. Der untere Wärmetauscher dient der Solaranlage (meist mit Solarflüssigkeit gefüllt). Der obere Wärmetauscher ist mit einer Heizungsanlage verbunden und mit Heizungswasser gefüllt. Diese Solarspeicher sind von innen (und die Wärmetauscher von außen) emailliert oder ganz aus Edelstahl gearbeitet. Da sie direkt am Leitungswassernetz angeschlossen sind, werden sie zur Aufbereitung von Warmwasser genutzt. Oft werden Solarspeicher auch Trink-, Brauch- oder Hygienespeicher genannt.

Hybridspeicher


Bei der Wärmeerzeugung werden unterschiedliche Energieträger und Wärmeträgermedien genutzt. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig und lassen sich flexibel anpassen.

Welche Energieträger und Wärmeträgermedien kann ich in einem System kombinieren?

Man kann zum Beispiel Wasser oder Solarflüssigkeit als Wärmeträgermedium nutzen.

Als Energieträger sind zum Beispiel solarthermische Anlagen, Gasheizungen, Holzheizungen, Kohleheizungen, Ölheizungen, Pelletheizungen, Wärmepumpenheizungen, BHKW, Warmluftheizungen, Elektroheizungen, Nachtspeicherheizungen usw. geeignet.

Welche Speicherarten sind geeignet?

Typische Speicher sind Puffer-, Solar- und Brauchwasserspeicher. Diese dienen der Energiespeicherung und können mit den verschiedenen Wärmeerzeugern kombiniert werden.

Darüber hinaus gibt es Kombispeicher bzw. Hybridspeicher, die mehrere Energiespeicherungen in einem Gerät vereinen.

Was versteht man unter einem bivalenten Heizungssystem?

Ein bivalentes System nutzt zwei Energiequellen (zum Beispiel Solar + Gas). So kann bei geringer Sonneneinstrahlung automatisch auf eine andere Quelle umgeschaltet werden, was die Flexibilität und Effizienz erhöht.

Wichtig ist, dass die Komponenten (Speicher, Regeltechnik, Wärmeverteiler) kompatibel sind. Ein typischer Ablauf:

  1. Solar liefert Wärme, solange ausreichend Sonne vorhanden ist.
  2. Wenn Solar nicht ausreicht, springt ein zweiter Energieträger (zum Beispiel Gas) ein.
  3. Die Regeltechnik koordiniert Quellen, Speicher und Abnehmer.

Was ist eine Wärmeverteilung und welche Komponenten werden verwendet?

Mithilfe von Kupferleitungen, Kunststoffrohren, Zirkulationspumpen und Umwälzpumpen wird die Wärme zu den unterschiedlichen Heizträgern – wie Heizkörpern, Wärmetauschern, Boden-, Wand- oder Luftheizungen – gebracht.

Die große Auswahl an Optionen ermöglicht eine individuelle und effiziente Systemauslegung, abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf.


Wie sollte die Wasserqualität bei mir sein?

Die Materialwahl für Speicher und Leitungen hängt von der regionalen Wasserqualität ab. Relevante Grenzwerte (Trinkwasserverordnung):

ParameterEinheitGrenzwertBedeutung
Chloridmg/l≤ 250Hohe Werte → korrosiv
Sulfatmg/l≤ 250Hohe Werte → korrosiv
Natriummg/l≤ 200Korrosionsgefahr
Elektrische LeitfähigkeitµS/cm≤ 2.790Maß für gelöste Salze
pH-Wert6,5–9,5Optimaler Bereich für Korrosionsschutz

Ungünstige Wasserwerte können zu Korrosion, Kalkablagerungen, Biofilm und Legionellenwachstum in den Leitungen führen.

Magnesiumanode

Wie kann ich dem Korrosionsschutz eines Warmwasserspeichers beitragen?

Bei der Bildung eines Luftkissens oder bei der Entleerung eines nicht emaillierten Speichers kann sich schnell eine Korrosionsschicht bilden. Versuchen Sie dies zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. In nicht emaillierten Speichern wird meist deionisiertes Wasser eingesetzt. Gelangt jedoch Luft in den Speicher (zum Beispiel durch Entleerung), kann dies zu Korrosion führen, da kein schützender Puffer vorhanden ist.

Für Brauchwasserspeicher werden überwiegend emaillierte Stahlspeicher zur Trinkwasserbereitung eingesetzt. Da die Emailleschicht jedoch technisch nie völlig fehlerfrei ist, können kleinste Risse oder Lücken entstehen. Dadurch kommt das sauerstoffhaltige Trinkwasser mit dem Metall in Kontakt – Korrosion wäre die Folge.

Um das zu verhindern, werden Schutzanoden eingesetzt:

  • Magnesiumanoden: Opfern sich selbst, indem sie das unedlere Metall sind. Sie müssen regelmäßig kontrolliert und bei Abnutzung ausgetauscht werden.
  • Fremdstromanoden: Arbeiten mit einer schwachen elektrischen Gleichspannung. Sie nutzen sich nicht ab und sind nahezu wartungsfrei, benötigen aber eine konstante Stromversorgung.

Mit regelmäßigem Anodencheck und Wartung sichern Sie den optimalen Korrosionsschutz Ihres Speichers.

Wann muss ich die Magnesiumanode austauschen?

Die Magnesiumanode schützt zusätzlich zur Emaillierung die innere Oberfläche des Wasserbehälters vor Korrosion. Sie ist als Verschleißteil zu betrachten; bei Wasserspeichern mit Magnesiumanode muss diese regelmäßig ausgetauscht werden.

Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Ihrer Wassernutzung, den Wasserbedingungen und der Größe des Speichers ab.

Erhöhter Verschleiß der Magnesiumanode:

Wenn mehr Wasser durch Ihren Speicher zirkuliert, bedeutet das, dass die Magnesiumanode häufiger und intensiver mit dem Wasser in Kontakt kommt. Da die Magnesiumanode als Opferanode dient, wird sie durch den höheren Wasserfluss schneller zersetzt.

Auch die Qualität des Wassers (Wasserbeschaffenheit) spielt eine große Rolle für den Verbrauch der Anode. Wenn das Wasser viel Sauerstoff enthält, verbraucht sich die Anode schneller. Die Wasserbeschaffenheit können Sie entweder beim lokalen Wasserversorger über das BDEW-Wasserportal erfragen oder einen eigenen Test durchführen.

Das Kontrollieren der Anode wird alle 6–18 Monate empfohlen, je nach Speicheralter, Größe und Wasserbedingungen, spätestens jedoch nach 2 Jahren.

Wenn bei der Sichtprüfung die Magnesiumanode nur noch zu 25–35 % (ca. ⅓) der ursprünglichen Größe hat, ist ein Austausch erforderlich.

Wie kann ich Legionellen im Warmwassersystem vermeiden?

Legionellen (Legionella) sind Bakterien, die in Süß- und Salzwasser vorkommen und sich besonders gut im Temperaturbereich von 25 bis 50 °C vermehren. Die für den Menschen wichtigste Art ist Legionella pneumophila, die je nach Region 70–90 % der Erkrankungen verursacht.

Lebensbedingungen der Legionellen sind optimal in:

  • Temperaturen zwischen 25 und 50 °C
  • Lange Verweilzeiten im Leitungssystem
  • Ständige Frischwassernachspeisung
  • Warmwassererzeugungs- und Warmwasserverteilungsanlagen

Gegenmaßnahmen:
Am Austritt von Warmwassererzeugungsanlagen muss eine ständige Temperatur von mindestens 60 °C bestehen. Bei Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Warmwassertemperatur im System nicht um mehr als 5 °C gegenüber der Austrittstemperatur absinken. Somit muss die Rücklauftemperatur der Zirkulation in den Warmwasserbereiter mindestens 55 °C betragen. Außerdem soll kaltes Trinkwasser möglichst kühl gehalten und vor unerwünschter Erwärmung (zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung oder nahegelegene Heizungsleitungen) geschützt werden. Legionellen werden bei einer Temperatur von mehr als 70 °C in kurzer Zeit abgetötet.

Empfehlenswert ist, einmal pro Woche für ca. 3 Minuten aus allen Entnahmearmaturen Warmwasser mit ca. 71 °C ablaufen zu lassen.

Trinkwasser ist nicht steril und enthält auch bei Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen Mikroorganismen.

Diese lassen sich je nach hygienischer Relevanz in vier Gruppen einteilen:

Gruppe 1: Harmlos – viele natürlich vorkommende Bakterien ohne Bedeutung für die Wasserqualität

Gruppe 2: Indikatororganismen – zeigen mögliche Verunreinigungen an (zum Beispiel coliforme Bakterien)

Gruppe 3: Potenziell gesundheitsgefährdend – können unter bestimmten Bedingungen Krankheiten verursachen (zum Beispiel Enterokokken)

Gruppe 4: Krankheitserreger mit hoher hygienischer Relevanz, wie Pseudomonas aeruginosa und Legionellen.

Zu beachten ist, dass bei allen Warmwasserverteilungssystemen (je nach Region) ab 60 °C ein Ausfall von Kalk (Kalkbildung) stattfindet, was zum Beispiel bei verzinkten Eisenrohren problematisch ist.


Hinweise zu den Fördervoraussetzungen

Kann ich für meine Warmwasserlösung eine Förderung beziehen?

Ja, es gibt Fördermöglichkeiten, zum Beispiel:

Förderung Solarthermie (Stand 2025)

Die Förderung von Solarthermieanlagen erfolgt im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) über die KfW.

Eine direkte BAFA-Förderung wie früher (z. B. feste Beträge pro m² Kollektorfläche) gibt es nicht mehr.

Förderbedingungen

Antragsberechtigt sind Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Die Förderquote liegt je nach Gebäudezustand, den durchgeführten Effizienzmaßnahmen und der Kombination mit weiteren Technologien (z. B. Wärmepumpe oder Biomasse) bei etwa 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten. Wichtig ist, dass der Antrag immer vor Beginn der Maßnahme gestellt wird. Gefördert werden sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizungsunterstützung sowie die Kombination mit anderen erneuerbaren Wärmeerzeugern.

Förderung für Wärmepumpen

Wärmepumpen sind ebenfalls förderfähig im Rahmen der BEG-/KfW-Förderprogramme. Es gelten attraktive Förderregelungen beim Austausch bestehender Heizsysteme gegen eine Wärmepumpe.

Beim Einbau einer Wärmepumpe lassen sich Kosten für Heizung und Warmwasser gemeinsam fördern, wenn die Systemtechnik effizient ausgelegt ist.

Aktuelle Infos und Details:

www.bafa.de und www.kfw.de


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Informationsquelle

teilweise Zitate von Wikipedia / Fachliteratur zu Speichertechnik und Legionellen
Trinkwasserverordnung (TrinkwV)
BAFA / KfW – Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG EM)

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